Warum der Winter die beste Zeit für Baumfällungen ist
- Alessio Fontana

- 28. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 6 Tagen

Wenn es um Baumfällungen geht, ist der Winter kein Notbehelf – er ist die sinnvollste und sicherste Jahreszeit.
Das hat weniger mit dem Baum zu tun, sondern mit Sicht, Sicherheit, Planung und Umfeld.
1) Volle Sicht auf Krone, Stamm und Struktur
Im Winter ist der Laubbaum unbelaubt. Das klingt banal, ist aber entscheidend. Ohne Laub lassen sich viele entscheide Merkmale in der meist komplexen Baumkrone eines Laubbaums deutlich besser erkennen:
Kronenaufbau, Lastverteilung, Zwiesel, Druckstellen, Fehlentwicklungen, Vorschäden, Risse und Bruchzonen,
mögliche Fallrichtungen, sowie kann auch der Gefahrenbereich unter dem Baum deutlich besser analysiert werden.
Gerade bei großen oder vorgeschädigten Bäumen ist diese Transparenz der Schlüssel für eine kontrollierte und sichere Fällung.
2) Mehr Sicherheit für alle Beteiligten
Baumfällungen sind keine Routinearbeit – sie sind Hochrisikoprojekte.
Im Winter (bei klarem Wetter) sind die Bedingungen berechenbarer:
Bessere Sicht beim Arbeiten - auch für das Bodenpersonal,
weniger unkontrolliertes Astverhalten durch Laubmassen,
klarere Kommunikation und Einschätzung von Bewegungen,
schwere Arbeiten sind im Winter etwas weniger schweißtreibend und austrocknend.
Kurz gesagt: Der Winter reduziert Risiken.
3) Schonung von Tieren, Garten, Boden und Umfeld
Der Winter ist nicht nur technisch sinnvoll, sondern auch ökologisch die rücksichtsvollste Zeit für Baumfällungen.
Die meisten heimischen Vögel brüten im Frühjahr und Sommer.
Im Winter befinden sie sich nicht in der Brutphase, sodass Baumarbeiten deutlich weniger in bestehende Lebensräume eingreifen.
Auch Boden, Vegetation und Gartenstrukturen profitieren:
geringere Schäden an Rasen, Beeten und Böden
weniger Verdichtung durch Technik und herabfallende Lasten
reduzierte Störungen im sensiblen Gartenumfeld.
Fällungen im Winter bedeuten daher: Eingriff mit minimaler Belastung – für Natur und Grundstück gleichermaßen.
4) Rechtlich die einzige Zeit: Von Oktober bis Ende Februar
Rechtlich ist der Winter der einzige Zeitraum für Baumfällungen - Ausnahme: Bereits abgestorbene Bäume dürfen sicherheitstechnisch selbstverständlich auch unterjährig gefällt werden.
Für alle anderen Fälle gilt in Deutschland vom 01. März bis 30. September die gesetzliche Schutzzeit für wildlebende Tiere. In dieser Zeit sind Fällungen von Bäumen oder starke Eingriffe in die Baumphysiologie grundsätzlich verboten. Selbst schonende Pflegearbeiten sind untersagt, wenn sich ein aktives Vogelnest im Baum befindet.
Wichtig:
Nicht nur Vögel stehen unter Schutz. Auch Säugetiere wie Eichhörnchen nutzen Bäume als Lebensraum.
Befindet sich ein bewohntes Nest oder Quartier im Baum, darf auch eine Fällung auch außerhalb der Schutzzeit nicht durchgeführt werden. Während der vogelschutzfreien Zeit
Winterliche Böden sind häufig tragfähiger als im Frühjahr oder Herbst.

Das bedeutet:
weniger Bodenverdichtung
weniger Fahrspuren
geringere Schäden an Rasen, Wegen und Beeten
5) Vorbereitung statt Zeitdruck
Eine Baumfällung im Winter schafft Platz für neue Projekte: Neubepflanzungen, Bau- oder Umgestaltungspläne.
Was im Winter erledigt ist, blockiert im Frühjahr keine Projekte mehr.
Fazit
Wenn ein Baum gefällt werden muss,
dann durchdacht, kontrolliert und mit möglichst wenig Komplikationen.
Und genau dafür bietet der Winter die besten Voraussetzungen.




